Medien waren noch nie neutral: Sie sind politischer Machtfaktor, wirtschaftlicher Marktplatz und kultureller Mitgestalter unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie sind zugleich Gegenstand, Spiegel und Akteur kultureller und politischer Verhältnisse. Derzeit verändert sich unsere Medienlandschaft unter dem Einfluss der Digitalisierung rasant. Digitale Plattformen steuern Informationsflüsse, prägen soziale Beziehungen, verändern Geschäftsmodelle und beeinflussen die Dynamik öffentlicher Debatten. Algorithmen, Plattformmonopole und KI-generierte Inhalte bestimmen zunehmend, welche Themen sichtbar werden, welchen Stimmen Gehör bekommen oder welche Perspektiven am Rande der Wahrnehmung bleiben. Neue digitale Gewohnheiten und Abhängigkeiten setzen dabei nicht nur Medienschaffende und ihr journalistisches Ethos unter Druck, sondern wirken auf uns alle.
Umso wichtiger ist es, die Rolle der Medien und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft zu verstehen. Wir laden dazu ein, gemeinsam zu reflektieren:
Wie können Medien Räume für Dialog und eine konstruktive Streitkultur eröffnen, statt Polarisierung und Entfremdung zu verstärken?
Wie verändert sich die Medienwirtschaft – und mit ihr unser demokratisches Zusammenleben?
Welche Macht entfalten Algorithmen und Deepfakes für die öffentliche Meinungsbildung und die Entstehung alternativer Öffentlichkeiten?
Im Rahmen der Ringvorlesung Medien, Macht und Menschlichkeit – Wie die digitale Medienökonomie unsere Öffentlichkeit prägt, veranstaltet vom Weltethos-Institut im Studium Generale der Universität Tübingen, laden wir herzlich ein: ab Dienstag, den 21. April 2026, jeweils um 18 Uhr c.t. im Kupferbau (Hörsaal 25)
Programm
| 21. April | Öffentlichkeit im Umbruch: Wie Medien Markt und Miteinander verändern Dr. Christopher Gohl, Geschäftsführer des Weltethos-Instituts an der Universität Tübingen |
| 28. April | Wem gehören die Medien? Medienbesitzverhältnisse und Medieneigentum im Technofeudalismus Wem gehören die Medien? Medienbesitzverhältnisse und Medieneigentum im Technofeudalismus |
| 05. Mai | Zwischen Schutz und Teilhabe: Kinder in digitalen Öffentlichkeiten Prof. Dr. Jessica Heesen, Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen |
| 12. Mai | Umkämpfte Öffentlichkeiten, Gefährdete Demokratie? Prof. Dr. Tanja Thomas, Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen |
| 19. Mai | (Un-)Menschlichkeit im digitalen Zeitalter – Zu einer Ethik der Künstlichen Intelligenz Prof. Dr. Petra Grimm, Hochschule der Medien in Stuttgart |
| 26. Mai | Pfingstferien |
| 02. Juni | Die Macht der Mimesis – Medien zwischen Dialog und Hetze Dr. Michael Blume, Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben in Baden- Württemberg |
| 09. Juni | Was gesagt werden darf: Normative Grenzen in massenmedialen Diskursen deutscher Talkshows Hanna Hecker, Institut für Politikwissenschaft an Universität Tübingen |
| 16. Juni | Voice-basierte KI und mentale Gesundheit Maximilian Zhang, Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen |
| 23. Juni | Ist Entnetzung noch möglich? Prof. Dr. Guido Zurstiege, Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen |
| 30. Juni | Game Over, Democracy? Willkommen in der Digitalokratie Prof. Dr. Martin Andree, Institut für Medienkultur und Theater an der Universität Köln |
| 07. Juli | Warum Geschichten überzeugen – Narrative Kognition und öffentliche Wirklichkeit Prof. Dr. Markus Huff, Das Leibniz-Institut für Wissensmedien |
| 14. Juli | Journalistisches Ethos im Überlebenskampf der lokalen Zeitungen Dr. Gernot Stegert, Mitglied der Chefredaktion SDZ Mediengruppe Aalen |
| 21. Juli | Öffentlich-Rechtlicher Journalismus zwischen Freiheit und demokratischem Auftrag Marcel Wagner, Leiter SWR Studio Tübingen |
| Datum: | 21.04.2026 |
| Veranstaltungsort: | Kupferbau Tübingen Hörsaal 25 |
| Uhrzeit: | Von 18:15 Uhr bis 19:45 Uhr |