Game Over, Democracy?

Willkommen in der Digitalokratie

Prof. Dr.
Martin Andree

Institut für Medienkultur und Theater an der Universität Köln

Wir können ihn täglich beobachten, den immer härteren und schrilleren Krieg um Macht und Vorherrschaft in den digitalen Medien. Und wir merken, dass unsere Demokratie unter die Räder zu kommen droht. Doch wer kämpft eigentlich gegen wen? Der international renommierte Medienexperte Martin Andree zeigt in seinem neuen Buch „Krieg der Medien“, wie eine Koalition aus Dark Tech, Trump und Rechtspopulisten offen nach autokratischer Macht greift. Über digitale Monopole kontrolliert sie zunehmend die Öffentlichkeit – und damit die Grundlage unserer Demokratien.

Martin Andree zeigt, wie die Big Tech Unternehmen demokratiefeindliche digitale Medienstrukturen geschaffen haben, die jetzt unsere politische Öffentlichkeit bestimmen – und die vollständig von ihnen selbst, den Tech Riesen, kontrolliert werden. Er analysiert die Symbiose aus Rechtspopulisten und den Tech-Plattformen – und die Dynamik, die überall auf der Welt die Trumps, LePens, Melonis, Weidels und Höckes durch die Kraft der polarisierenden Algorithmen an die Macht spült.

Und er zeigt, auf welche Weise wir uns das Internet zurückholen könnten – damit es wieder genau die demokratisierenden Potenziale entfalten kann, für die es eigentlich gedacht war.

Ringvorlesung
im Sommer

Unsere Vorlesung „Medien, Macht und Menschlichkeit“ im Rahmen des Studium Generale der Universität Tübingen – ab April immer dienstags im Kupferbau.

Medien waren noch nie neutral: Sie sind politischer Machtfaktor, wirtschaftlicher Marktplatz und kultureller Mitgestalter unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie sind zugleich Gegenstand, Spiegel und Akteur kultureller und politischer Verhältnisse. Derzeit verändert sich unsere Medienlandschaft unter dem Einfluss der Digitalisierung rasant. Digitale Plattformen steuern Informationsflüsse, prägen soziale Beziehungen, verändern Geschäftsmodelle und beeinflussen die Dynamik öffentlicher Debatten. 

Algorithmen, Plattformmonopole und KI-generierte Inhalte bestimmen zunehmend, welche Themen sichtbar werden, welchen Stimmen Gehör bekommen oder welche Perspektiven am Rande der Wahrnehmung bleiben. Neue digitale Gewohnheiten und Abhängigkeiten setzen dabei nicht nur Medienschaffende und ihr journalistisches Ethos unter Druck, sondern wirken auf uns alle. 

Umso wichtiger ist es, die Rolle der Medien und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft zu verstehen.  

Wir laden dazu ein, gemeinsam zu reflektieren:  

  • Wie verändert sich die Medienwirtschaft – und mit ihr unser demokratisches Zusammenleben? 
  • Welche Macht entfalten Algorithmen und Deepfakes für die öffentliche Meinungsbildung und die Entstehung alternativer Öffentlichkeiten? 
  • Wie können Medien Räume für Dialog und eine konstruktive Streitkultur eröffnen, statt Polarisierung und Entfremdung zu verstärken? 

Nächste
Veranstaltungen

7. Juli

Warum Geschichten überzeugen – Narrative Kognition und öffentliche Wirklichkeit

Prof. Dr. Markus Huff,
Leibniz-Institut für Wissensmedien, Professor für Angewandte Kognitive Psychologie an der Universität Tübingen

14. Juli

Journalistisches Ethos im Überlebenskampf der lokalen Zeitungen

Dr. Gernot Stegert,
Mitglied der Chefredaktion SDZ Mediengruppe Aalen

21. Juli

Öffentlich-Rechtlicher Journalismus zwischen Freiheit und demokratischem Auftrag

Stefanie Schneider,
Landessenderdirektorin SWR

Datum:

30.06.2026 - 18:15 - 19:45

Ort:

Kupferbau, Universität Tübingen, Hörsaal 25