Institut für Medienwissenschaften, Universität Tübingen
Viele Diskussionen drehen sich derzeit um „die“ Medien, um Plattformisierung, Digitalisierung und KI. Dabei suchen wir als Gesellschaft Antworten auf medienethische und medienrechtliche Fragen; medienökonomische Zusammenhänge und speziell die Frage nach Medieneigentum und Medienbesitzverhältnissen kommen dabei jedoch häufig zu kurz. Den Gründen für dieses Ausblenden und Nicht-Thematisieren des „who owns the media“ nachzuspüren, ist ein Anspruch des Vortrags. Ein weiterer, einen Überblick darüber zu geben, wer dennoch wie mit welchen Ergebnissen zu Medieneigentum und -besitzverhältnissen forscht. Schon diese Ergebnisse sollten uns nachdenklich stimmen. Sie deuten auf gesellschaftlichen wie politischen Handlungsbedarf. Wir benötigen mehr medienökonomische Forschung zu Medieneigentum, Medienstrukturen und Medienkonzentrationsprozessen, um dem entgegenzuwirken, was der Philosoph Jürgen Habermas in seinem berühmten Werk „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (1962) mit der These über die „Refeudalisierung der Öffentlichkeit“ angesprochen und kritisiert hat.
Unsere Vorlesung „Medien, Macht und Menschlichkeit“ im Rahmen des Studium Generale der Universität Tübingen – ab April immer dienstags im Kupferbau.
Medien waren noch nie neutral: Sie sind politischer Machtfaktor, wirtschaftlicher Marktplatz und kultureller Mitgestalter unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie sind zugleich Gegenstand, Spiegel und Akteur kultureller und politischer Verhältnisse. Derzeit verändert sich unsere Medienlandschaft unter dem Einfluss der Digitalisierung rasant. Digitale Plattformen steuern Informationsflüsse, prägen soziale Beziehungen, verändern Geschäftsmodelle und beeinflussen die Dynamik öffentlicher Debatten.
Algorithmen, Plattformmonopole und KI-generierte Inhalte bestimmen zunehmend, welche Themen sichtbar werden, welchen Stimmen Gehör bekommen oder welche Perspektiven am Rande der Wahrnehmung bleiben. Neue digitale Gewohnheiten und Abhängigkeiten setzen dabei nicht nur Medienschaffende und ihr journalistisches Ethos unter Druck, sondern wirken auf uns alle.
Umso wichtiger ist es, die Rolle der Medien und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft zu verstehen.
Wir laden dazu ein, gemeinsam zu reflektieren:
Prof. Dr. Jessica Heesen, Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen
Prof. Dr. Tanja Thomas,Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen
Prof. Dr. Petra Grimm, Hochschule der Medien in Stuttgart
Dr. Michael Blume, Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben in Baden- Württemberg
Hanna Hecker, Institut für Politikwissenschaft an Universität Tübingen
Maximilian Zhang, Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen
Prof. Dr. Guido Zurstiege,Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen
apl. Prof. Dr. Martin Andree,Institut für Medienkultur und Theater an der Universität Köln
Prof. Dr. Markus Huff, Leibniz-Institut für Wissensmedien, Professor für Angewandte Kognitive Psychologie an der Universität Tübingen
Dr. Gernot Stegert, Mitglied der Chefredaktion SDZ Mediengruppe Aalen
Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin SWR
28.04.2026 - 18:15 - 19:45
Kupferbau, Universität Tübingen, Hörsaal 25
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