Die Geschichte des Weltethos-Instituts beginnt lange vor seiner offiziellen Gründung 2012. Ihre Wurzeln reichen zurück zu dem, was zunächst als „Projekt Weltethos“ in Buchform formuliert und später mit der Stiftung Weltethos institutionell verankert wurde. Diese frühen Entwicklungen sind eng mit der Stiftung Weltethos verknüpft und bilden bis heute das geistige Fundament und den Ausgangspunkt unserer Arbeit.
Der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, lädt Hans Küng nach Davos ein, wo er den Vortrag „Warum brauchen wir globale ethische Standards um zu überleben?“ hält.
In seiner Rede skizziert Küng zum ersten Mal sein Weltethos-Argument für eine breitere – auch unternehmerische – Öffentlichkeit.
Im Bewusstsein epochaler planetarischer Herausforderungen wirft der Tübinger Theologe mit seinem Buch „Projekt Weltethos“ 1990 die Frage nach dem Überleben der Menschheit auf: Wie können wir im 21. Jahrhundert mit unterschiedlichen historischen Erfahrungen, Überzeugungen und Werten friedlich überleben? Er beantwortete die Frage selbst mit dem Appell, ein planetarisches Bewusstsein zu entwickeln, sich auf geteilte Werte zu besinnen und die Potenziale der Kooperation zu nutzen, statt in einem Konflikt der Kulturen menschliche Zivilisation zu verlieren.
In Tübingen wird die Stiftung Weltethos gegründet, um die Weltethos-Idee dauerhaft institutionell zu verankern. Initiator und Stifter ist der Unternehmer Karl Konrad von der Groeben.
Am 23. Oktober 1995 bei der Gründungsfeier im Rahmen eines Festakts an der Universität Tübingen erklärt Küng: „Weltethos, das ist alles andere als ein schöner idealistischer Traum. Es ist eine große Vision, aber eine Vision, die wir brauchen, wenn die Weltordnung der Nationen, Kulturen und Religionen eine ethische Basis haben soll.”
Auf Einladung des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt arbeitet Hans Küng in einer Expertengruppe des InterAction Councils mit, die eine Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten als Ergänzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen ausarbeitet. Diese wurde im Anschluss den Vereinten Nationen vorgelegt und zur Annahme empfohlen.
In Zusammenarbeit zwischen Hans Küng und den Wirtschaftsethikern Josef Wieland und Klaus Leisinger entsteht das „Manifest Globales Wirtschaftsethos“, das 2009 beim UN Global Compact vorgestellt wird.
Das Manifest Globales Wirtschaftsethos, bringt die Weltethos-Idee in die Welt der Unternehmen und Finanzmärkte. Hans Küng veröffentlicht dazu ein Jahr später das Buch „Anständig Wirtschaften. Warum Ökonomie Moral braucht.“
Das Weltethos-Institut wird im April 2012 – ein Jahr nach seiner Gründung 2011 – von der Stiftung Weltethos in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen und der Karl Schlecht Stiftung eröffnet. Ermöglicht wird dies insbesondere durch die Anregung sowie die großzügige und langfristige Förderung des Stifters Karl Schlecht.
Zweck des Instituts die Grundlagenforschung und Lehre zur wissenschaftlichen Fundierung der Idee eines Weltethos in der Gesellschaft und globalen Wirtschaft im Sinne der Förderung eines Dialogs.
Prof. Dr. Claus Dierksmeier wird erster Direktor des Weltethos-Instituts. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Begründung einer Globalisierungsethik sowie auf ihre wirtschaftlichen und politischen Anwendungen; er schlägt als theoretische und säkulare Fortsetzung des Projekts Weltethos seine Theorie der „qualitativen Freiheit“ vor – einen Freiheitsbegriff also, der auf sich Miteinander, auf die Ermöglichung von Lebenschancen und auf Verantwortungsübernahme ausgerichtet ist.
Dierkmeier ist es gelungen das Weltethos-Institut als feste Größe im Dialog mit der Wirtschaft, aber auch in der Forschungslandschaft und an der Universität Tübingen zu etablieren.
Der Theologe und Unternehmer Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel übernimmt das Amt und teilt mir seinem Vorgänger, Prof. Dr. Claus Dierksmeier nicht nur die Mitgliedschaft in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, sondern stimmt auch in den akademischen Schwerpunkten überein: Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Theologie und Philosophie. Als Herausgeber des Sammelbandes „Weltethos für das 21. Jahrhundert“ legt Hemel im Oktober 2019 den Grundstein für ein umfangreiches Lernprogramm für Welt- und Selbstverantwortung, das Weltethos-Ansätze im Business, in der Friedens- und Konfliktforschung, der Kommunikations- und Erziehungswissenschaft, bis hin zu Fragen der Digitalisierung und nachhaltigen Entwicklung abbildet. Er begründet das Weltethos Ambassador Programm und engagiert sich – auch international – für die Sichtbarkeit des Instituts als Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.
Professor Dr. Nils Goldschmidt wird neuer Direktor des Weltethos-Instituts und übernimmt damit die Nachfolge von Professor Dr. Dr. Ulrich Hemel
Goldschmidt ist katholischer Theologe und Ökonom. In seiner Antrittsvorlesung im Oktober 2025 unter dem Titel „Kompromisse. Warum die Wahrheit uns nicht retten wird“ thematisierte er die zentrale Bedeutung von Kompromissfähigkeit für eine demokratische, gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft. In seinen Lehrveranstaltungen gibt er unter anderem einen Einblick in die Geschichte des ökonomischen Denkens.
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