Wie können Ökonominnen und Ökonomen über Ethik sprechen? Zu dieser Leitfrage versammelten sich am 17. April 2026 auf Einladung von Institutsdirektor Prof. Dr. Nils Goldschmidt Weltethos-Institut führende Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu einem ganztägigen Workshop:
Prof. Dr. Clemens Fuest (ifo Institut), Prof. Dr. Michael Hüther (Institut der deutschen Wirtschaft), Prof. Dr. Friederike Welter (Institut für Mittel-standsforschung), Prof. Dr. Bruno S. Frey (Universität Basel/CREMA), Prof. Dr. Margit Osterloh (Universität Zürich/ CREMA), Prof. Dr. Friedrich Heinemann (ZEW Mannheim), Prof. Dr. Achim Wambach (ZEW und Deutscher Ethikrat), Prof. Dr. Regina T. Riphahn (FAU Erlangen-Nürnberg/Leopoldina) und Dr. Dominika Langenmayr (KU Eichstätt-Ingolstadt).
Das Weltethos-Institut verortet als Forschungs- und Bildungseinrichtung seine Arbeit an der Schnittstelle von Wirtschaft, Ethik und Gesellschaft, deshalb sei es essenziell, dieses Verhältnis regelmäßig zu reflektieren, so Institutsdirektor Goldschmidt „Denn eines ist klar, eine kontextfreie Ökonomik gibt es nicht, auch deshalb müssen wir das Verhältnis von Ökonomie und Ethik immer wieder aushandeln“, so der Ökonom, der auch Mitglied im Deutschen Ethikrat ist.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops betonten die Relevanz und weitreichende Bedeutung der Leitfrage. „Wirtschaft hat sehr viel mit Ethik zu tun“, so Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung. Er plädierte dafür, dass sich die Wirtschaftswissenschaft „auf die Analyse von Zusammenhängen konzentrieren und dazu beitragen sollte, diese verständlich zu machen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten dabei ihre eigenen Wertvorstellungen nicht als wissenschaftliche Erkenntnisse ausgeben, sondern vielmehr transparent darlegen, welche Konsequenzen unterschiedliche Wertorientierungen haben können.“
Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung, betonte, dass wissenschaftliche Analysen die unverzichtbare Grundlage politischer Beratung bilden sollten – „die Grenze zur politischen Positionierung werde dort überschritten, wo Beratung ohne fundierte wissenschaftliche Grundlage erfolgt“, so Welter.
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, verwies darauf, dass auch in der Politikberatung normative Urteile eine Rolle spielen: „Als Ökonom ist es unumgänglich, Werturteile zu treffen, um aus ökonomischen Analysen wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen ableiten zu können.“
Das Programm des Workshops sah vor, dass es am Freitagvormittag unter anderem um die inhaltliche Bedeutung von Werten und Institutionen als Untersuchungsgegenstand der Ökonomik, den Umgang mit eigenen Werten als Wissenschaftler und die ethische Verantwortung der ökonomischen Politikberatung ging. Bei dem gemeinsamen Mittagessen mit der Institutsbelegschaft wurde der Austausch informell fortgesetzt. Anschließend erfolgten ein gemeinsamer Stadtrundgang, geführt von Dr. Bernd Villhauer, und ein Treffen mit Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer vor dem Rathaus.
Fotos: Weltethos-Institut / Emil Schmid
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