Öffentlich-Rechtlicher Journalismus zwischen Freiheit und demokratischem Auftrag

Stefanie
Schneider

Landessenderdirektorin SWR

Wer die Demokratie zerstören will, beginnt normalerweise damit, die Medien zu kontrollieren und unabhängige Medien abzuschaffen.

Das ist keine abstrakte Sorge, sondern eine ganz konkrete Forderung auch in der Bundesrepublik.

Wie geht der Öffentlich-rechtliche Rundfunk in einer Situation, in der die Demokratie gefährdet scheint, mit seinem Demokratieauftrag und seiner Freiheit um?

Für Bürger bedeutet Freiheit, selbst entscheiden zu können, was man denkt, wen man wählt und wen nicht, wem man vertraut und wem nicht.

Informationen gibt es mehr als man verkraften kann. Das Netz liefert vieles frei Haus, allerdings auch jede Menge Fakes und blanken Unsinn.

Brauchen wir also heute noch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, für den man bezahlen muss?

Ringvorlesung
im Sommer

Unsere Vorlesung „Medien, Macht und Menschlichkeit“ im Rahmen des Studium Generale der Universität Tübingen – ab April immer dienstags im Kupferbau.

Medien waren noch nie neutral: Sie sind politischer Machtfaktor, wirtschaftlicher Marktplatz und kultureller Mitgestalter unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie sind zugleich Gegenstand, Spiegel und Akteur kultureller und politischer Verhältnisse. Derzeit verändert sich unsere Medienlandschaft unter dem Einfluss der Digitalisierung rasant. Digitale Plattformen steuern Informationsflüsse, prägen soziale Beziehungen, verändern Geschäftsmodelle und beeinflussen die Dynamik öffentlicher Debatten. 

Algorithmen, Plattformmonopole und KI-generierte Inhalte bestimmen zunehmend, welche Themen sichtbar werden, welchen Stimmen Gehör bekommen oder welche Perspektiven am Rande der Wahrnehmung bleiben. Neue digitale Gewohnheiten und Abhängigkeiten setzen dabei nicht nur Medienschaffende und ihr journalistisches Ethos unter Druck, sondern wirken auf uns alle. 

Umso wichtiger ist es, die Rolle der Medien und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft zu verstehen.  

Wir laden dazu ein, gemeinsam zu reflektieren:  

  • Wie verändert sich die Medienwirtschaft – und mit ihr unser demokratisches Zusammenleben? 
  • Welche Macht entfalten Algorithmen und Deepfakes für die öffentliche Meinungsbildung und die Entstehung alternativer Öffentlichkeiten? 
  • Wie können Medien Räume für Dialog und eine konstruktive Streitkultur eröffnen, statt Polarisierung und Entfremdung zu verstärken? 

Die Aufzeichnungen der bisherigen Veranstaltungen finden Sie auf TIMMS, dem Tübinger Internet MultiMedia Server.

Die Hörsäle im Kupferbau sind gekühlt.

Datum:

21.07.2026 - 18:15 - 19:45

Ort:

Kupferbau, Universität Tübingen, Hörsaal 25