Institut für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen
Der Vortrag beleuchtet, wie voice-basierte KI-Systeme unseren Alltag zunehmend prägen und dabei Kommunikation, Beziehungen und Öffentlichkeit verändern. Durch ihre menschlich wirkenden Stimmen erzeugen Sprachassistenten, Smarthome-Systeme, soziale Roboter oder KI-Anwendungen im Auto Nähe und emotionale Bindung. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die mentale Gesundheit, soziale Beziehungen und die individuelle Autonomie haben und inwiefern voice-basierte KI zur Förderung der mentalen Gesundheit eingesetzt werden kann. Dabei wird erörtert, dass voice-based KI nicht nur Werkzeuge, sondern auch soziale Rollen übernehmen kann, wodurch neue Abhängigkeiten und Machtverhältnisse entstehen.
Aus medienwissenschaftlicher Perspektive erläutert der Vortrag zunächst die Verbreitung und Funktionsweise dieser Technologien. Anschließend werden die Chancen und Risiken ihres Einsatzes, insbesondere im Bereich der mentalen Gesundheit, analysiert. Dabei werden theoretische Konzepte wie soziale Präsenz oder parasoziale Beziehungen mit praktischen Beispielen verknüpft. Da Vorstellungen von Vertrauen, Intimität und Wohlbefinden kulturell variieren, wird zudem eine transkulturelle Perspektive eingenommen. Abschließend thematisiert der Vortrag Potenziale, Risiken und notwendige KI-Kompetenzen für einen reflektierten Umgang mit voice-basierte KI für mentale Gesundheit.
Unsere Vorlesung „Medien, Macht und Menschlichkeit“ im Rahmen des Studium Generale der Universität Tübingen – ab April immer dienstags im Kupferbau.
Medien waren noch nie neutral: Sie sind politischer Machtfaktor, wirtschaftlicher Marktplatz und kultureller Mitgestalter unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie sind zugleich Gegenstand, Spiegel und Akteur kultureller und politischer Verhältnisse. Derzeit verändert sich unsere Medienlandschaft unter dem Einfluss der Digitalisierung rasant. Digitale Plattformen steuern Informationsflüsse, prägen soziale Beziehungen, verändern Geschäftsmodelle und beeinflussen die Dynamik öffentlicher Debatten.
Algorithmen, Plattformmonopole und KI-generierte Inhalte bestimmen zunehmend, welche Themen sichtbar werden, welchen Stimmen Gehör bekommen oder welche Perspektiven am Rande der Wahrnehmung bleiben. Neue digitale Gewohnheiten und Abhängigkeiten setzen dabei nicht nur Medienschaffende und ihr journalistisches Ethos unter Druck, sondern wirken auf uns alle.
Umso wichtiger ist es, die Rolle der Medien und ihre Auswirkungen auf unsere Gesellschaft zu verstehen.
Wir laden dazu ein, gemeinsam zu reflektieren:
Maximilian Zhang, Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen
Prof. Dr. Guido Zurstiege,Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen
apl. Prof. Dr. Martin Andree,Institut für Medienkultur und Theater an der Universität Köln
Prof. Dr. Markus Huff, Leibniz-Institut für Wissensmedien, Professor für Angewandte Kognitive Psychologie an der Universität Tübingen
Dr. Gernot Stegert, Mitglied der Chefredaktion SDZ Mediengruppe Aalen
Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin SWR
16.06.2026 - 18:15 - 19:45
Kupferbau, Universität Tübingen, Hörsaal 25
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