Ein Zertifikat für die Zukunft

Bei bestem Sommerwetter hat das Weltethos-Institut gemeinsam mit der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen am 8. Juli 2026 insgesamt 24 Studierenden das Zertifikat Weltethos in Unternehmen und Organisationen“ an eine Gruppe von Studierenden verliehen – so viele wie noch nie. Die Verleihung bildete den festlichen Auftakt des ersten Sommerfests für Studierende, das künftig jährlich stattfinden soll. In ihren Grußworten würdigten Institutsdirektor Prof. Dr. Nils Goldschmidt, der Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Dominik Papies,  und Geschäftsführer Dr. Christopher Gohl die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen.

In seiner Ansprache hob Papies hervor, dass es den Studierenden im Rahmen des Zertifikatsstudiums nicht nur um Zahlen und Trends gegangen sei, sondern um substanzielle Fragen im Spannungsfeld von Wirtschaft, Ethik und Gesellschaft. Auf diese Weise hätten sie nicht nur ECTS-Punkte gesammelt, sondern auch fürs Leben gelernt.
Goldschmidt betonte, dass genau diese Fragen es seien, die am Weltethos-Institut kontinuierlich weiterverfolgt würden. Deshalb bleibe das Institut auch nach dem Studienabschluss ein Ort, an dem sich die Absolventinnen und Absolventen – möglicherweise in anderer Funktion und Rolle – jederzeit wieder mit diesen Themen auseinandersetzen könnten.
Gohl erinnerte an die Ursprünge der Idee: 1990, kurz nach dem Mauerfall, hatte Klaus Schwab den Theologen Hans Küng nach Davos eingeladen – daraus entstand das Buchprojekt Weltethos mit der These, ein Überleben der Menschheit werde es nur mit einem Weltethos geben. Was damals prophetisch klang, sei heute – in Zeiten von Klimawandel und Hitzesommern – drängender denn je. 

Responsible
Leadership

Das Zertifikat richtet sich an Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Masterstudiengängen sowie an Promovierende und wird in Kooperation zwischen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und dem Weltethos-Institut der Universität Tübingen vergeben.

Im Mittelpunkt steht dabei der Erwerb ethischer Sprachfähigkeit mit Fokus auf verantwortungsvolle Führung („Responsible Leadership“). Um das Zertifikat zu erhalten, müssen die Studierenden mindestens drei Seminare besuchen und insgesamt 15 ECTS-Punkte erwerben, verteilt auf drei komplementäre Schwerpunkte:

  • Weltethos und Dialogkompetenz
  • Ethik in Unternehmen und Organisationen
  • Ethik im Führungshandeln

Für jeden dieser Schwerpunkte sind mindestens drei ECTS-Punkte vorgesehen. Interessierte können sich über weitere Lehrveranstaltungen am Institut informieren, das jedes Semester ein vielfältiges Seminar- und Vorlesungsangebot für Studierende und Promovierende bereitstellt.

 

Ethos und Dialog
als Führungskompetenz

Weltethos meint ein Ethos der Verantwortung: Ethisch handeln heiße, so Gohl, Verantwortung für die Konsequenzen des eigenen Handelns nicht erst im Nachhinein zu übernehmen, sondern gestaltend zu vorwegzunehmen.

Hinzu komme das Ethos des Dialogs, denn nach Küng gelte: „Dialogfähigkeit ist Friedensfähigkeit.“ Beides spiegele sich in den drei Modulen des Zertifikats – Weltethos und ethische Dialogkompetenz, Ethik im Führungshandeln sowie Ethik in Unternehmen und Organisationen. Das Programm stehe Studierenden aller Fächer offen, von den Wirtschaftswissenschaften über Politikwissenschaft und Theologie bis zu den Naturwissenschaften. Den frisch Zertifizierten gab Gohl mit, sie seien nun selbst „Botschafterinnen und Botschafter“ des Projekts Weltethos – „wie schön, dass Sie bei uns waren, und bitte kommen Sie wieder.“

Eindrücke
des Abends

Im Anschluss an die feierliche Zertifikatsverleihung ließen die Studierenden und Gäste den Abend bei kühlen Getränken, Würstchen und Spielen in entspannter Atmosphäre gemeinsam ausklingen. So fand ein informativer und feierlicher Nachmittag seinen geselligen Abschluss in einem gelungenen Sommerabend.