Eröffnung der Hans Küng Bibliothek für Wirtschaft und Ethik

11. Mai 2026

Mit einer kleinen Feier hat das Weltethos-Institut am Nachmittag des 11. Mai in seinen Räumen in der Hinteren Grabenstraße die „Hans Küng Bibliothek für Wirtschaft und Ethik“ eröffnet. Im kleinen Kreis von 25 ehemaligen und aktuellen Wegbegleiterinnen und Wegbereitern aus der Stiftung Weltethos, der Karl Schlecht Stiftung, der Universität, dem Freundeskreis sowie dem Institut machte das Institiut damit den Fundus der Ideen und Überlegungen zugänglich, die nicht nur sein Erbe sind, sondern auch die laufende  Arbeit prägen. Den inhaltlichen Schwerpunkt bilden Bücher zur Anwendung von Weltethos auf die Wirtschaft. 

Dr. Bernd Villhauer, der die Bibliothek und Bücherwahl verantwortlich gestaltet, formulierte den Anspruch der Bibliothek: „Eine lebendige Bibliothek soll sie sein. Eine, die wächst und die drängenden und vielgestaltigen Themen ins Bild setzt, die im Projekt Weltethos und in der Tradition von Hans Küng weiter beforscht und besprochen werden.“ So sei ein Raum zum Mit- und Weiterdenken entstanden, wo man Schätze finden könne, die man vielleicht nicht gesucht, aber doch gebraucht habe, was wiederum weitere Denkräume öffnen könne. In seiner Rede nahm er auf drei außergewöhnliche Personen Bezug: Hans Küng, Aby Warburg und König Charles III.

Institutsdirektor Prof. Dr. Nils Goldschmidt knüpfte daran an und verband die Eröffnung mit der wirtschaftsethischen Positionierung des Instituts an der Schnittstelle von Wirtschaft, Ethik und Gesellschaft. „Das Projekt Weltethos von Hans Küng war immer auch ein wirtschaftsethisches Projekt“, so Goldschmidt. „Küng verstand die Soziale Marktwirtschaft nicht nur als Wirtschaftsordnung, sondern als Friedensformel moderner Gesellschaften.“ An diese Tradition wolle man mit der Hans Küng Bibliothek für Wirtschaft und Ethik anknüpfen. In Erinnerung an Hans Küngs Buch „Anständig Wirtschaften“ aus dem Jahr 2010 habe man deshalb dem Institut einen neuen Claim gegeben und damit den Eingang der Bibliothek markiert: „Anständig wirtschaften. In globaler Verantwortung“. Die Bibliothek sei damit zugleich eine Einladung an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen.

Geschäftsführer Dr. Christopher Gohl griff eine Unterscheidung des Politikwissenschaftlers Marcus Llanque auf, der in der Ideengeschichte zwischen Archiv und Arsenal unterscheidet. Diesen beiden Bildern stellte Gohl ein drittes gegenüber: „Diese Bibliothek ist eine Werkstatt, ein Ort der Entwcklung und Produktion mit Instrumenten, die sich bewährt haben.“ Die Geschichte des Projekts Weltethos wie auch des Instituts sei eine Geschichte der konfliktfähigen und produktiven Versöhnung vielfältiger Anliegen. Daran erinnere nun ein Zeitstrahl an der Außenwand der Bibliothek und die Bilder von Hans Küng mit Gründungsdirektor Claus Dierksmeier sowie von Unternehmer Karl Schlecht. Als neue Bücher in der Bibliothek, die exemplarisch zeigen, was Werkstattarbeit am wirtschaftsethischen Vokabular heute bedeutet, würdigte Gohl Bernd Villhauers Was ist Vermögen? sowie den von Nils Goldschmidt mitherausgegebenen Band Gerechtigkeit – Wie wir unsere Gesellschaft zusammenhalten.

Erinnerung, Ermutigung
Und Einladung

Am Ende der Reden enthüllten Goldschmidt und Gohl den bislang verhängten Schriftzug mit dem Bibliotheksnamen, dem Zeitstrahl und dem neuen Claim und luden die Gäste zur Begehung der Bibliothek und zum Gespräch ein. Unter den Gästen waren Dr. Stephan Schlensog, früherer Generalsekretär der Stiftung Weltethos und erster Geschäftsführer des Weltethos-Instituts, Prof. Dr. Bernd Engler, Präsident der Stiftung Weltethos und ehemaliger Rektor der Universität Tübingen, der an der Gründung des Instituts maßgeblich beteiligt war, Lena Zoller, Geschäftsführerin der Stiftung Weltethos, Dr. Philipp Bocks, Geschäftsführer und Vorstand der Karl Schlecht Stiftung, sowie der frühere Institutsdirektor Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel. Die letzten Gäste verließen die Bibliothek erst spät am Abend.

Bilder von
der Eröffnung

Fotos: Weltethos-Institut / Laura Winter