An-Institut der Stiftung Weltethos
an der Universität Tübingen

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Amartya Sen – Welthethos und interkulturelle Identität

Dozent/in

Florentine Hötzel M.A.;
begleitet von Prof. Dr. Claus Dierksmeier

 

Veranstaltungsart

Blockseminar, Bachelorveranstaltung

SWS

2

Sprache

Deutsch

Wochentag/Uhrzeit

Vorbesprechungstermin: Do. 19.10.17, 14-16 Uhr s.t.

Fr. 19. + Sa. 20.01.18, jeweils 10 – 17 Uhr s.t. 

Fr. 02. + Sa. 03.02.18, jeweils 10 – 17 Uhr s.t.

Ort

Weltethos-Institut, Hintere Grabenstraße 26, 72070 Tübingen

Voraussetzungen/ Zielgruppe

Bereitschaft zu eigenständigem Arbeiten + Denken, Lektüre der Seminarliteratur über das Inhaltsverzeichnis hinaus

Leistungsnachweis/
Prüfungsform


ECTS-Credits

3 ECTS = Erarbeitung Thesenpapier + Vortrag/ Diskussion oder eigenständiger Essay

6 ECTS = zusätzliche Hausarbeit

 

Anmeldung

Per E-Mail – mit Angabe von

Name, Matrikelnummer, Studienfach und Semesterzahl, Adresse, Geburtsort und -datum

+ kurze Motivation / eigenes Diskussionsinteresse 

+ gewünschter Leistungsnachweis (ECTS-Zahl)                                               

bei kontakt@philosophie-im-kontext.de

Anmeldefrist

11. Oktober 2017

Max. Teilnehmerzahl

20

Literaturangaben

   Amartya Sen: The Argumentative Indian, Picador, 2005 (nur im Original); Identity & Violence:The Illusion of Destiny, W.W. Norton & Company, 2006/Die Identitätsfalle – Warum es keinen Kampf der Kulturen gibt, dtv 2012; Development as Freedom, Random House, 1999/Ökonomie für den Menschen, dtv, 2002; The Idea of Justice, Penguin, 2009/Die Idee der Gerechtigkeit, dtv, 2012

   Christian Neuhäuser: Amartya Sen zur Einführung, Junius 2013

   Samuel Huntington: The Clash of Civilizations and the Remaking of World Order, Simon & Schuster, 1996/Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, Goldmann, 1998

Beschreibung

Das Seminar vermittelt ein Verständnis von Interkulturalität als Konzept in Abgrenzung zu Ansätzen des Multikulturalismus, Transkulturalismus oder Ethnozentrismus. Der zu Beginn der 1990er Jahre aufkommenden Debatte um Samuel Huntingtons Prognose eines „Clash of Cultures“ werden Amartya Sens Argumente und Analysen zu den Begriffen Identität und Kultur entgegengestellt. Eine vertiefende Betrachtung seiner Arbeiten zum Capability Approach zeigt die praktische Relevanz und Wirksamkeit eines differenzierten und profunden Verständnisses von Interkulturalität als Teil der aktuellen Kosmopolitismus-Debatte.

Interkulturalität war schon immer ein Bestandteil menschlicher Kultur – doch besonders in der globalisierten Welt, wie wir sie heute kennen, erlangt dieser Aspekt unübersehbare Bedeutung: die Frage nach gerechten politischen und ökonomischen Verhältnissen stellt sich inzwischen anders als noch vor 20 Jahren. Die Welt begreifen heißt heute auf allen Ebenen – gesellschaftlich, kulturell, politisch, wissenschaftlich und wirtschaftlich – die interkulturellen Aspekte unserer Interaktionen anzuerkennen, zu verstehen und aktiv danach zu handeln. Amartya Sen ist überzeugt, dass dies möglich ist.

Mit seinen Schriften über Freiheit, Gerechtigkeit und Globalisierungsfragen gehört er zu den spannendsten akademischen Persönlichkeiten der Ökonomie und der Philosophie. Im Vergleich zu herkömmlichen Herangehensweisen in den Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Politik hat Sen neue relevante, zukunftsfähige Begriffe geprägt: „Development as Freedom“, „Poverty as Capability Deprivation“ – für seine innovativen Denkansätze im Bereich der Armutsbekämpfung und Wohlfahrtsökonomie wurde er 1998 mit dem Wirtschafts-Nobelpreis ausgezeichnet. Aus Indien stammend, gelingt Sen beispielhaft der Brückenschlag zwischen Ansätzen westlicher und nicht-westlicher Theorien – neben den umfangreichen inhaltlichen Beiträgen, die seine Arbeit zu aktuellen Debatten leistet, ist er damit ein herausragendes Beispiel erfolgreicher interkultureller und interdisziplinärer Forschungsarbeit und damit ein wichtiger Denker im Umkreis des Projekt Weltethos.