Große Geste oder kleine Schritte?

Anständig wirtschaften
mit Armin Nassehi

Krisenrhetorik gehört inzwischen zum Grundton öffentlicher Debatten. Klimawandel, geopolitische Konflikte, Migration, der Zustand der Demokratie – vieles scheint wichtig und dringlich, und viele Menschen verlangen schnellen und grundlegenden Wandel. Doch wie gelingt gesellschaftliche Veränderung tatsächlich?

Der renommierte Autor und Soziologe Armin Nassehi (Vizepräsident der LMU München) warnt in seinem Buch „Kritik der großen Geste„: Wer glaubt, Gesellschaft lasse sich durch moralische Appelle und radikale Forderungen umbauen, sitzt einer Illusion auf. Gesellschaftliche Systeme folgen eigenen Logiken; wer sie verändern will, muss diese Strukturen verstehen und mit ihnen arbeiten, nicht gegen sie. Eine ebenso nüchterne wie unbequeme These – aber trifft sie zu? Oder unterschätzt dieser Blick die Kraft von Werten, Haltungen und Überzeugungen, die einem Wandel Energie und Richtung geben?

Armin Nassehi (Bild: Deutscher Ethikrat)

Eröffnung einer
neuen Eventreihe

Anständig wirtschaften“ stellt populäre Bücher zu Fragen verantwortlichen Wirtschaftens und Zusammenlebens in den Mittelpunkt: Gastgeber Nils Goldschmidt (Direktor des Weltethos-Instituts, Mitglied im Deutschen Ethikrat) würdigt das Buch als Rezensent kritisch, der Autor antwortet live auf die Rezension, und Moderator Bernd Villhauer öffnet das Gespräch der beiden dann auch für das Publikum.

Zum Auftakt unserer neuen Reihe „Anständig wirtschaften“ fragen wir:

  • Große Geste oder kleine Schritte: Was braucht eine gelingende Transformation?
  • Wie entstehen Reformen, die tragfähig sind – und welche Rolle spielen dabei Strukturen, Werte und Haltungen?
  • Wie können Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammenwirken?
Nils Goldschmidt (Bild: Weltethos-Institut)
Bernd Villhauer (Bild: Weltethos-Institut)
Datum:

11.09.2026 - 19 Uhr - 20:30

Ort:

Weltethos-Institut, Hintere Grabenstraße 26, 72070 Tübingen