Im Rahmen der Ringvorlesung „Umbrüche, Aufbrüche: Wie entstehen neue Normalitäten?“ des Weltethos-Instituts im Studium Generale der Universität Tübingen – dienstags ab dem 22. April 2025 um 20 Uhr c.t. im Tübinger Kupferbau, Hörsaal 25
22.07.2025
Normalität und Aufbruch: Landschaft und Lebenschancen am Beispiel der EnergiewendeProf. Dr. Dr. Olaf Kühne, Stadt- und Regionalentwicklung (SRE)
Die Energiewende verändert Landschaften, in materiellen Räumen, aber auch in Bezug auf individuelle und soziale Vorstellungen. Was für die einen ein Aufbruch in eine nachhaltige Zukunft ist, bedeutet für andere einen Eingriff in vertraute Normalitäten. Der Vortrag beleuchtet die Energiewende als Landschaftskonflikt. Darin werden unterschiedliche Vorstellungen von zu erstrebender Ordnung, gerechter Teilhabe und lebenswerten Zukünften vorgestellt. Mit Bezug auf konflikttheoretische Perspektiven wird gezeigt, wie Konflikte um Energiewende und Landschaft nicht nur technische, sondern tiefgreifend gesellschaftliche Fragen aufwerfen: Wer darf mitgestalten? Wessen Lebensweise gilt als legitim? Wie werden Landschaften zu Projektionsflächen für Ängste, Hoffnungen und politische Positionierungen? Landschaft erhält hier die Bedeutung als umkämpfter Möglichkeitsraum im Wettbewerb um Lebenschancen und soziale Teilhabe – zwischen Bewahrung und Wandel, zwischen Normalität und Aufbruch, zwischen ökologischen Ansprüchen und ästhetischen Zuwendungen
22.04.2025 Bedrohte Ordnungen im beschleunigten Wandel: Wie entstehen neue Normalitäten?Prof. Dr. Ewald Frie, Seminar für Neuere Geschichte und ehem. SFB Bedrohte Ordnungen
29.04.2025 Normalität und Normativität im Recht Prof. Dr. Christine Osterloh-Konrad, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Steuerrecht sowie Rechtsphilosophie an der Universität Tübingen
06.05.2025Nichts ist wirklich normal: Zweifel und Ungewissheit in der PhilosophieDr. Friedrich Glauner, Weltethos-Institut an der Universität Tübingen
13.05.2025 Neue Normalitäten, neue Normen: Gesetze für die ZukunftDr. Abir Haddad, Direktorin des Instituts for Legal Transformation
20.05.2025 So nicht!? – Von den Gründen und Gefahren des Versuchs, eine neue Normalität zu schaffenDr. Lara Ditrich, Leibniz Institut für Wissensmedien
27.05.2025 Kann Normalität auch krank machen? Zum Konzept der „Pathologie der Normalität“ bei Erich FrommDr. Rainer Funk, Erich Fromm Institut Tübingen (EFIT)
Dass gesellschaftlich akzeptierte und daher als „normal“ angesehene Verhaltensweisen krank machen können, ist spätestens seit dem vermehrten Auftreten von Burnout-Erkrankungen kaum mehr zu bestreiten. Der Sozialpsychologe Erich Fromm stellte sich jedoch eine noch grundlegendere Frage – angeregt durch den Autoritarismus der Nationalsozialisten: Können ganze Gesellschaften Ziele verfolgen, die krank machen?Mit seinem Konzept des Sozialcharakters hat Fromm eindrucksvoll aufgezeigt, dass und in welcher Weise bestimmte gesellschaftlich geprägte Mentalitäten pathologische Wirkungen entfalten können.
Der Psychoanalytiker Rainer Funk, Fromms letzter Assistent, hat seine Dissertation der Sozialpsychologie und Ethik Fromms gewidmet. Heute leitet er das Tübinger Erich Fromm Institut, verwaltet Fromms Nachlass sowie die Rechte an dessen Werk. Ein zentraler Schwerpunkt seiner Veröffentlichungen liegt auf der Weiterentwicklung und Anwendung des Konzepts des Sozialcharakters auf gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen (vgl. www.rainerfunk.com).
03.06.2025 entfällt!Die Vorlesung von Prof. Dr. med. Tobias Renner „Was Normalität für die Kindheit bedeutet: Lektionen aus der Corona-Pandemie“ wird auf den 24.06.2025 verlegt! Am 03.06. fand keine Vorlesung statt. Wir bitten um Verständnis.
17.06.2025
„The election was rigged“: Zur neuen Normalität von VerschwörungstheorienProf. Dr. Michael Butter, American Studies
Verschwörungstheorien gelten in der westlichen Welt als „heterodoxes“ Wissen im Sinne der Wissenssoziologie. Sie sind zwar durchaus populär, aber hochgradig stigmatisiert. Gerade epistemische und politische Autoritäten lehnen sie in der Regel ab. Doch kann man noch von einer heterodoxen Wissensform sprechen, wenn der amerikanische Präsident regelmäßig Verschwörungstheorien verbreitet und die Behauptung, die Wahl 2020 wäre gestohlen worden, zum Glaubensbekenntnis seiner Partei geworden ist? Sind Verschwörungstheorien dann nicht wieder normal geworden? Was unterscheidet diese neue Normalität von der vergangener Jahrhunderte, als Verschwörungstheorien von den klügsten Köpfen ihrer Zeit geglaubt und verbreitet wurden? Und werden Verschwörungstheorien auch in Deutschland bald wieder normal sein?
24.06.2025„Gender-Forschung: Umkämpfte Normalität in der Katholischen Theologie“von Dr. Berenike Jochim-Buhl (Katholisch-Theologische Fakultät, Tübingen)muss leider entfallen. Wir bitten um Verständnis!
Stattdessen fand statt:Was Normalität für die Kindheit bedeutet: Lektionen aus der Corona-PandemieProf. Dr. med. Tobias RennerÄrztlicher Direktor, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Uniklinik Tübingen
01.07.2025 Queerness und Normalität: Ein schwieriges VerhältnisDr. Gero Bauer, Geschäftsführer Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung an der Universität Tübingen
Queere Geschlechtlichkeiten und Sexualitäten wurden und werden oft als Abweichung von der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen „Normalität“ interpretiert, pathologisiert und ausgegrenzt. Zugleich bewegt sich der queere Aktivismus der letzten Jahrzehnte im Spannungsfeld zwischen dem Streben nach „Integration“ in die bürgerliche) Normalität und der bewussten Aneignung des eigenen marginalisierten Status abseits des „Normalen“.Auch die „Queer Theory“, die aus verschiedenen Denktraditionen als eigenständige kultur- und sozialwissenschaftliche Praxis hervorgegangen ist, setzt sich immer wieder mit Fragen von „Normalität“ auseinander, befragt diese kritisch und versteht „Queerness“ als einen Ort, an dem Normen und Normalitäten kontextualisiert und produktiv infrage gestellt werden können.
08.07.2025Reine Sprache, guter Ton? Zur Normierung der SpracheProf. Dr. Sarah Dessì Schmid, Romanische Philologie
Der Vortrag möchte zunächst die komplexen Fragen angehen, die um den Begriff der Sprachnorm und um den Prozess der Sprachnormierung kreisen, um die Beziehungen zwischen Begriffen wie ‚Norm‘, ‚Normierung‘ und ‚Normalität‘ aus sprachwissenschaftlicher und sprachhistorischer Perspektive zu beleuchten. Dabei wird aus dem Blickwinkel dieser Disziplinen den Leitfragen der Ringvorlesung nachgegangen: Was gilt als normal in der Sprache (in der Sprachproduktion und -rezeption)? Was bedeutet Norm im sprachlichen Kontext überhaupt, oder besser im Plural: Was sind Sprachnormen, wie entstehen sie und warum ändern sie sich in der Zeit? Wer kann bestimmen, was Norm(en) und Normalität(en) sind oder werden (dürfen) und unter welchen Bedingungen?In einem zweiten Schritt werden die Sprachnormierungsversuche der sich vom Lateinischen emanzipierenden europäischen Volkssprachen in der Frühen Neuzeit analysiert. Dabei wird dem Begriff der „reinen Sprache“ als Basis für die Diskussionen um die Sprachnorm sowie ihrer Beziehung zu weiteren sozialen Normen Raum gegeben, auch weil im Allgemeinen ein breiter Konsens darüber herrscht, dass Sprachnormen ein spezieller Typ sozialer Normen sind. Besonderes Augenmerk wird auf Verhaltensnormen gelegt, auf jene ‚Ästhetik des Umgangs‘, in der sich die unzertrennliche Verbindung zwischen ‚reiner Sprache und gutem Ton‘ in der höfischen Gesellschaft der Frühen Neuzeit manifestiert. Als Beleg für die Unzertrennlichkeit dieser Verbindung und ihre Abhängigkeit von soziopolitischen Faktoren wird abschließend auf ein für die Ringvorlesung aus anderer – genderspezifischer – Perspektive interessantes Beispiel zurückgegriffen: die kontrastive Analyse von Modellen des sprachlichen und gesellschaftlichen Verhaltens weiblicher Akteurinnen in zwei wichtigen frühneuzeitlichen italienischen konversationsliterarischen Texten, Castigliones Libro del Cortegiano (1528) und Dolces Dialogo della institution delle donne (1545).
Ordnungsnormen der Sozialen Marktwirtschaft im UmbruchProf. Dr. Nils Goldschmidt, Direktor des Weltethos-Institut an der Universität Tübingen
22.07.2025 - 20:15 - 21:45
Kupferbau, Universität Tübingen
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