Nils Goldschmidt und Theo Bolin Simon beim ISBEE World Congress in Kamerun

Mit einer Keynote zum Zusammenspiel von sozialem Zusammenhalt und wirtschaftlicher Entwicklung war Prof. Dr. Nils Goldschmidt beim 8. World Congress der International Society of Business, Economics, and Ethics (ISBEE) in Yaoundé (Kamerun) vertreten. Der diesjährige Kongress stand unter dem Leitthema „Rethinking Business Ethics from the Global South: Local Insights, Global Impact“ und brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zusammen, um Perspektiven einer globalen Wirtschaftsethik aus dem Globalen Süden zu diskutieren.

Social Cohesion &
Economic Development

In seinem Plenarvortrag „You’ll Never Grow Alone: How Social Cohesion and Economic Development Reinforce Each Other“ stellte Nils Goldschmidt zentrale Forschungsergebnisse vor, die auf langjährigen Arbeiten an der Universität Siegen und am Weltethos-Institut aufbauen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt und wirtschaftliche Entwicklung sich gegenseitig verstärken und welche Bedeutung diese Wechselwirkungen für nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung haben. Der Vortrag stieß auf großes Interesse und bildete den Ausgangspunkt für einen intensiven Austausch mit dem internationalen Fachpublikum.

Dialog mit
Doktorand*innen

Neben der Keynote engagierte sich Nils Goldschmidt gemeinsam mit Theo Bolin Simon im Doktorandenseminar des Kongresses. In einer Masterclass diskutierten sie mit Promovierenden aus verschiedenen Ländern eine gemeinsame Studie des Weltethos-Instituts und des Roman Herzog Instituts zur Beziehung von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Anhand von Fallbeispielen aus Ländern Subsahara-Afrikas wurden Chancen und Grenzen internationaler Vergleichsstudien erörtert und die Bedeutung lokaler Kontexte für die Interpretation empirischer Daten herausgearbeitet.

Die Diskussion machte deutlich, dass globale Rankings wertvolle Anhaltspunkte liefern können, ihre Aussagekraft jedoch erst durch die Einbeziehung historischer, politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen vollständig erschlossen wird. Der Austausch mit den internationalen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern bot zugleich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der gemeinsamen Forschungsarbeit.

Unterstützung
durch Stipendien

Dank finanzieller Unterstützung durch die gemeinnützige Karl Schlecht Stiftung konnte das Weltethos-Institut die Teilnahme von drei afrikanischen Promovierenden am Kongress durch die Vergabe von Reisestipendien ermöglichen. Damit leistete das Institut einen Beitrag dazu, den internationalen wissenschaftlichen Dialog zu stärken und unterschiedliche Perspektiven in die Debatten der globalen Wirtschaftsethik einzubringen.

Der ISBEE World Congress zählt zu den wichtigsten internationalen Konferenzen im Bereich der Wirtschafts- und Unternehmensethik. Die diesjährige Tagung in Yaoundé unterstrich eindrucksvoll die Bedeutung eines globalen Austauschs über ethische Fragen von Wirtschaft und Gesellschaft – und bot zugleich eine wichtige Plattform, um die Forschung des Weltethos-Instituts in einen internationalen Dialog einzubringen.

Fotos: Nils Goldschmidt (privat)