An-Institut der Stiftung Weltethos
an der Universität Tübingen

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75 Jahre Grundgesetz – ein Grund zum Feiern!

Am 23. Mai 2024 feierte das Weltethos-Institut in Zusammenarbeit mit zahlreichen Mitgliedern des Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte des Landkreis Tübingen den 75. Geburtstag des Grundgesetzes. In Tübingen fand hierzu ein lebhaftes Forum statt, bei dem 25 Initiativen und Parteien gemeinsam Impulse für eine vitalere Demokratie setzten.

Das im Februar 2024 gegründete Bündnis vereint eine breite Palette an Organisationen und demokratischen Parteien, darunter die Omas gegen Rechts, die Geschichtswerkstatt Tübingen, das Institut für theatrale Zukunftsforschung (ITZ) und die Volkshochschule sowie die Arbeiterwohlfahrt. Diese Vielfalt spiegelte sich auch in den Teilnehmer*innen des Forums wider, die sich einig darüber waren, dass die im Grundgesetz verankerten Grundrechte und die politische Teilhabe ein bedeutsamer Anlass zum Feiern sind.

Messe der Initiativen statt Podiumsdiskussion

Anstelle einer traditionellen Podiumsdiskussion entschieden sich die Veranstalter für ein „Dialogforum der Initiativen“. Die innovative Veranstaltungsform ermöglichte es den Gästen, von Stehtisch zu Stehtisch zu wandern und direkt mit den Vertretern der verschiedenen Organisationen ins Gespräch zu kommen. Hinter jedem Stehtisch waren Plakate angebracht, die die für die jeweilige Gruppe wichtigsten Grundrechte präsentierten. Besonders häufig wurde Artikel 1 des Grundgesetzes zitiert: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Vielfältige Diskussionen zu aktuellen Themen

Die Diskussionen an den Ständen waren teils kontrovers, insbesondere zu aktuellen Demokratiethemen. So erhielt die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre überwiegend positive Resonanz, wenngleich auch Bedenken hinsichtlich der Reife der Jugendlichen geäußert wurden. Julia Mayer von der CDU schlug vor, das Wahlalter nur für Kommunalwahlen zu senken, da bundespolitische Themen zu komplex seien.

Ein weiteres heiß diskutiertes Thema war das mögliche Verbot einer rechtsextremen Partei durch das Bundesverfassungsgericht und die Stellung des Bundesverfassungsgerichts als Hüter der Verfassung. Dass diese unangetastet bleiben solle, war die Meinung aller.

In der abschließenden Plenumsrunde fassten Vertreter*innen einzelner Gruppen ihre Diskussionsergebnisse zusammen. Renate Angstmann-Koch vom Tübinger Arbeitslosentreff betonte die Notwendigkeit eines Mindestmaßes an materieller Sicherheit für politische Teilhabe. Franca Leutloff von den Grünen hob die Bedeutung attraktiven Contents in sozialen Netzwerken hervor, um Jugendliche für die Demokratie zu begeistern.

Fotos: Anna Tomfeah / Weltethos-Institut