Wie gelingt Transformation, und zwar auf anständige Weise? Dieser Frage widmeten sich am 11. September 2026 Weltethos Ambassadors, Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte sowie Freundinnen und Freunde des Weltethos-Instituts in Tübingen.
Klimawandel, künstliche Intelligenz, geopolitische Spannungen und gesellschaftliche Polarisierung: Veränderung ist unausweichlich, im Großen wie im beruflichen Alltag. Der Community Tag verstand sich deshalb als Denk-Werkstatt für Menschen, die Wandel nicht erleiden, sondern gestalten wollen, getragen von der Überzeugung, dass nicht große Heldentaten die Welt nachhaltig verändern, sondern viele kleine, mutige Entscheidungen.
Geschäftsführer Dr. Christopher Gohl eröffnete den Nachmittag mit einer zugespitzten Frage: Ist es wirklich mutig, Neues zu wagen, oder eher fahrlässig, am Alten festzuhalten? Im anschließenden Impuls von Anuscha Packiyanathan von der Volksbank in der Region eG wurde deutlich: wer am Alten festhält, kann Kund*innen und Mitarbeitende nicht für notwendige Innovationen begeistern. Und das sei notwendig, wenn Nachhaltigkeit nicht nur ein Buzzword-Thema bleiben solle, sondern sich auch nachhaltig für Privat- und Geschäftskund*innen rentieren solle. Und so ging ihr Vortrag darüber, wie im genossenschaftlichen Modell der Bank Nachhaltigkeit mit regionaler Verantwortung verbunden werden kann.Christoph Adamczyk, Geschäftsführer der itdesign GmbH, berichtete unter dem Titel „Loslassen, um machen zu können“, wie Selbstorganisation nach dem Holacracy-Prinzip zum Erfolg seines Unternehmens beigetragen hat. Sein Fazit: „Transformation braucht Mut – und vor allem Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ins Machen zu kommen.“
In den Werkstattgesprächen ging es in kleineren Runden in die Tiefe. An der Station von Felix Fink (Fiducation) standen drei gesellschaftliche Herausforderungen im Mittelpunkt: das wachsende Risiko von Altersarmut, eine Finanzbildung, die stark vom Elternhaus abhängt, und eine zunehmende Überschuldung schon im jungen Erwachsenenalter. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden, wie sich finanzielle Eigenverantwortung stärken lassen kann und welche Rolle Unternehmen dabei übernehmen sollten. Für Fiducation brachte das neue Impulse und zugleich eine Bestätigung: Viele der erarbeiteten Lösungsideen lagen nah an dem, was das Unternehmen bereits umsetzt, nämlich moderne Finanzbildung an Schulen und in Unternehmen.
Wolfram Schäffer (Design hoch drei) warnte davor, Marken in Zeiten der Transformation zu vernachlässigen: Wer im „Sea of Sameness“ austauschbarer Designs und Botschaften untergehe, verspiele Vertrauen, das gerade für den Mittelstand eine der wichtigsten operativen Währungen sei. Seine These: „Strategisches Branding kann Wandel und Vertrauen verbinden und so eine Marke langfristig stärken.“
Prof. Dr. Christof Ebert stellte mit der Praxisgruppe Berufsethos KI den AI Ethics Navigator vor, der abstrakte KI-Ethik in einen strukturierten Reflexionsprozess für konkrete Anwendungsfälle übersetzt. Die Teilnehmenden sahen darin klaren praktischen Nutzen. Eberts Anliegen: „KI soll menschliche Fähigkeiten und Urteilskraft stärken, sie nicht ersetzen oder zu etwas werden, das Menschen fürchten müssen.“
Auch aus der Community kam viel positive Resonanz. „Die Ambassador-Community bringt immer Erkenntnisgewinn und macht Freude. Was braucht man mehr in diesen unsicheren Zeiten“, sagte Weltethos Ambassadorin Heidrun Haug. Ambassador Bernd Gerber bedankt sich für die gelungene Veranstaltung: „Die Gespräche und Beiträge regen wieder sehr zum Weiterdenken und Umsetzen an.“
Wir danken allen Referentinnen und Referenten sowie allen Teilnehmenden für den inspirierenden Austausch und freuen uns auf das nächste Wiedersehen in der Weltethos Community!
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