An-Institut der Stiftung Weltethos
an der Universität Tübingen

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Ehre und Recht. Ehrenmord, Menschenrechte und wissenschaftliche Verantwortung

DozentInDr. Gabriele Sigg
VeranstaltungsartBlockseminar, Bachelorveranstaltung
SWS2
SpracheDeutsch
Wochentag/UhrzeitFreitag, 23.04.21, 13:00-15:00 Uhr c.t.
(Einführung über zoom)
Freitag, 07.05.21, 10:00-14:00 Uhr c.t.
(Online über zoom)
Freitag, 21.05.21, 10:00-14:00 Uhr c.t.
(Online über zoom)
Freitag, 04.06.21, 10:00-16:00 Uhr c.t.
Samstag, 05.06.21, 10:00-16:00 Uhr c.t.
Ort          Weltethos-Institut, Hintere Grabenstraße 26, 72070 Tübingen
Voraussetzungen/ ZielgruppeBereitschaft zur Auseinandersetzung mit geisteswissenschaftlicher Literatur
Leistungsnachweis /PrüfungsformECTS-CreditsMitarbeit, Referat, Hausarbeit  
3-6 ECTS
AnmeldungPer E-Mail – mit Angabe von Name, Matrikelnummer, Studienfach und Semesterzahl, Adresse, Geburtsort und -datum bei kontakt@gabrielesigg.de
Anmeldefrist19. April 2021
Max. Teilnehmerzahl20

Beschreibung

Der türkische Ehrbegriff und der Begriff der Ehre an sich wird bislang hauptsächlich im Feld der traditionellen islamischen Rollenvorstellungen von Mann und Frau verortet. Damit einhergehend gewinnt insbesondere der sogenannte „Ehrenmord“ an wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Bedeutung. 

Das Seminar hinterfragt in einem ersten Schritt den Begriff des „Ehrenmordes“ als zulässige Kategorisierung mit einer kritischen Aufarbeitung der sozial- und kulturwissenschaftlichen Ehrforschung. Da die Ehre ein transdisziplinärer Begriff ist, ist eine adäquate Begriffsbestimmung ohne Einbeziehung der Philosophie erkenntnistheoretisch unzureichend.

Im zweiten Schritt zeigt das Seminar anhand empirischer wie theoretischer Forschungen den Zusammenhang von Ehre und Recht (Handelsehre, Persönlichkeitsrecht, Handschlag, Rufmord etc.) auf. 

Durch die Diskussion um den sogenannten „Ehrenmord“ und die dadurch entstandene negative Konnotation des Ehrbegriffs im Allgemeinen, ist die subtil wirkende positive Funktion von Ehre in den Hintergrund geraten. Das Seminar verdeutlicht auf welchen vielfältigen Ebenen, das abstrakte-schriftliche Recht erst durch ein ausgebildetes und gelebtes Ehrgefühl zur gesellschaftlichen Realität werden kann. 

Nach einer kritischen Auseinandersetzung mit der bisherigen Ehrforschung und theoretisch-philosophischen Fundierung des Ehrbegriffs, reflektiert das Seminar die Rolle des Wissenschaftlers zwischen Neutralität und Verantwortung.

Literatur

  • Arendt, Hannah: Über das Böse. Eine Vorlesung zu Fragen der Ethik. München, 11. Aufl. 2016
  • Aristoteles: Die Nikomachische Ethik. Übersetzt von Olof Gigon. Herausgegeben von Rainer Nickel. Düsseldorf/ Zürich 2005
  • Çağlar, Ayşe (2002): Der diskrete Charme der Eingeborenen. Drei Gerichtsfälle und die Frage der Regierbarkeit. IN: Internationale Deutschland-Ethnographie der Gegenwart, herausgegeben von Hausschild, Thomas/ Warneken/ Bernd Jürgen, S. 321-339
  • Durkheim, Emile (1991): Physik der Sitten und des Rechts. Vorlesungen zur Soziologie der Moral. Frankfurt am Main.
  • Hüwelmeier, Gertrud (2004): Zur Ethnographie des Mittelmeerraumes: lokal, regional, transrational. IN: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 100, S. 65-78
  • Hausschild, Thomas (2009): Ehrenmord, Ethnologie und Recht. IN: Özkan, Ezli et al.: Wider den Kulturenzwang. Migration, Kulturalisierung und Weltliteratur. Bielefeld, S. 23-47
  • Schiffauer, Werner (1983): Die Gewalt der Ehre. Erklärungen zu einem deutsch-türkischen Sexualkonflikt. Frankfurt am Main
  • Sigg, Gabriele Maria (2017): Ehre revisted. Die Charakterhaltung als gesellschaftliche Grundlage. Dissertation. Tectum Verlag Baden-Baden
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